Gemeinsam gegen Extremismus


Vortrag an der IGS stärkt kritisches Denken im Jahrgang 8

Die IGS-Reporter Luca Marie, Marie und Tuana berichten:

Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs der IGS Schlitzerland nahmen kürzlich an einer Veranstaltung des Polizeipräsidiums Osthessen zum Thema politisch motivierte Kriminalität (PMK) teil. Dabei ging es um aktuelle Herausforderungen wie Rechts- und Linksextremismus sowie religiösen Extremismus.

Zu Beginn führte Christian Diegelmann in das Thema ein. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Osthessen hat sich auf die Prävention politisch motivierter Kriminalität spezialisiert. Er erläuterte ausführlich, welche Formen von Extremismus es gibt und wie sich diese im Alltag zeigen können. Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Islamismus und Queerfeindlichkeit wurden dabei offen angesprochen. Besonders eindrücklich war die Entwicklung der vergangenen Jahre: Die Zahl politisch motivierter Straftaten hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt, rund ein Drittel davon wird inzwischen im Internet begangen.

In Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurden auch konkrete Beispiele aus dem Schulalltag diskutiert, etwa die Verherrlichung des Nationalsozialismus oder abwertende Einstellungen gegenüber bestimmten Personengruppen. Zudem wurde erklärt, welche Symbole, Parolen oder Zeichen in Deutschland verboten sind und warum diese häufig in sozialen Medien verbreitet werden. Dabei wurde deutlich, dass viele Jugendliche mit solchen Inhalten in Berührung kommen, ohne sich der möglichen strafrechtlichen Konsequenzen bewusst zu sein.

Im zweiten Teil der Veranstaltung sprach Diana Kalbfleisch über rechtliche Fragestellungen. Die Kriminalhauptkommissarin des Polizeipräsidiums Osthessen beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Prävention und Bekämpfung von Cybermobbing, Hassrede, sexualisierter Gewalt im Internet sowie Cybergrooming. Sie erläuterte, warum Menschen Straftaten begehen, beispielsweise aus Provokation, Gruppenzwang oder dem Wunsch nach Anerkennung. Besonders wichtig war ihr der Hinweis, dass Jugendliche bereits ab 14 Jahren strafmündig sind. Straftaten können langfristige Folgen haben, da entsprechende Einträge über Jahre gespeichert bleiben und sich negativ auf die berufliche Zukunft auswirken können. Auch der Ablauf eines Strafverfahrens sowie mögliche Anlaufstellen bei Problemen oder Beobachtungen wurden vorgestellt.

Am Ende konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen stellen und mit den Referierenden ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit demokratischen Werten, gesellschaftlichem Zusammenhalt und den Gefahren extremistischer Ideologien auseinanderzusetzen.

Der Vortrag fand im Rahmen einer Unterrichtseinheit des Sozialen Lernens zum Thema „Extremismus“ statt. Die Unterrichtsreihe wurde von Förderschullehrkraft Andrea Petter initiiert und begleitet. Ziel war es, die Jugendlichen für extremistische Tendenzen zu sensibilisieren, ihre Medien- und Urteilskompetenz zu stärken und sie zu einem respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang miteinander zu ermutigen.