"Wir reden mehr und streiten uns nicht mehr so viel"


nachgedacht - persönliche Gedanken zur Corona-Zeit

Teil Fünf bildet nun den Abschluss unserer kleinen Serie. Heute berichten Ariane und Justus* über ihre Zeit, die sie zu Hause verbringen mussten.

Wir hoffen, mit der Beschreibung unseres Alltags und unserer Gedanken einen interessanten Einblick in die Situation von uns Schülerinnen und Schülern gegeben zu haben und hoffen sehr darauf, dass wir uns bald wieder „in echt“ in der Schule austauschen können.

 

Ariane*

Es ist für mich eine starke Umstellung, da ich ausschlafen kann, aber trotzdem Schulaufgaben erledigen soll. Das ist zunächst sehr verwirrend gewesen, funktioniert jetzt aber auch.

Ich muss sagen, am Anfang hatte ich genauso viel Stress wie in der Schule gehabt, da ich mich erst an die Situation gewöhnen musste. Ich verstehe manche Aufgaben zwar schlecht, aber dann frage ich in der Klassengruppe nach oder meine Freunde. Das „home-schooling“ ist eigentlich gar nicht so schlimm, wie ich gedacht hätte. Es ist schon entspannter als die Schule - aber auch langweiliger, da man jetzt nicht mehr seine Freunde jeden Tag in der Schule sieht.

Bei uns zu Hause ist es ganz okay - so als ob Ferien sind, nur dass ich mich nicht mit meinen Freunden treffen darf und ich auch nicht zu meinem Papa gehen kann. Meiner kleinen Schwester geht es genauso wie mir in der Situation, wir reden jetzt auch mehr als sonst und streiten uns nicht mehr so viel. Mein Alltag besteht eigentlich nur aus Schlaf, ein paar Schulaufgaben machen, an meinem Handy oder Laptop sein und wieder schlafen, bis auf zwischendurch was essen und auf die Toilette gehen.

Wie gesagt, ich musste mich zunächst an die Situation gewöhnen, aber der Virus an sich macht mir keine Sorgen. Ich kann nichts dagegen unternehmen, wenn ich es habe - also muss ich mir auch nicht wirklich Gedanken darüber machen.
 



Justus*

Da wir zurzeit alle in der Corona-Krise leben und die Situation nicht gerade erfreulich ist, werde ich über meinen Alltag in dieser Zeit berichten.

Mir geht es bislang sehr gut und ich empfand die ersten Wochen relativ entspannt, jedoch muss ich zugeben, dass mir die Schule fehlt, da man sich so sehr an den schulischen Alltag gewöhnt hat. Das „Home-schooling“ lief bislang sehr gut und ich fand die Aufgaben, die wir zugeschickt bekommen haben, machbar. Die Lehrer waren dabei auch ziemlich entspannt, denn man konnte dem jeweiligen Lehrer auch eine Mail schreiben, sofern man nicht in der Lage war, alle Aufgaben an einem Tag zu meistern oder es allgemein zu viel wurde. So konnte man immer in Kontakt bleiben und absprechen, dass man einige Aufgaben erst in den darauffolgenden Tagen machen konnte. Zumindest waren das meine Erfahrungen, ich weiß nicht, ob es anderen Schüler ähnlich ging oder eventuell doch komplett anders.

Das Zusammenleben mit der Familie ist in Ordnung, aber ich kann auch nicht leugnen, dass ich mich auch mit meinen Eltern oder mit meinem Bruder streite. Man kann ja nicht so viel machen, denn schließlich sitzen wir alle in vier Wänden zusammen und da geht man sich nun mal auf die Nerven, jedoch haben wir auch friedliche Tage, wo wir zusammen Brettspiele spielen.

Um meiner Familie nicht ständig auf den Keks zu gehen, habe ich meine Zeit nicht nur zu Hause verbracht, sondern bin fast jeden Tag in unserem Garten gewesen und gehe bis heute immer noch da hin. Ich liebe es an der frischen Luft zu sein und dazu noch den Garten zu pflegen wie beispielsweise Blumen zu pflanzen oder zu gießen.

Ich muss sagen, dadurch, dass wir zu Hause sitzen, haben wir mehr Zeit für Dinge, für die wir uns normalerweise nicht genug Zeit nehmen oder an sich keine Zeit haben. Dennoch wünsche ich mir, dass sich alles so schnell wie möglich normalisiert und wir schnell wieder in die Schule können.

Ich hoffe, es geht dem Rest der Schüler und Lehrer gut und dass alle ihre Ferien genießen können.

* Die genannten Namen wurden verändert.