"An jedem Tag die gleichen Gedanken"


nachgedacht - persönliche Gedanken zur Corona-Zeit

Im vierten Teil unserer aktuellen Serie berichten heute Wiebke, Saskia und Georg* über ihre ganz persönliche „Corona-Zeit“. Sie schildern sehr persönlich ihre Gedanken, Wünsche und Ängste und setzen sich kritisch mit dem Prozess des „Homeschoolings“ auseinander.

 

Wiebke*

Die Schule fällt aus, Kontaktverbot, Abstand halten und vieles mehr sind die neuen Regeln der derzeitigen Situation. Alle Menschen haben Angst, sich mit dem „Corona-Virus“ zu infizieren. Ich gehöre ebenfalls dazu. Zurzeit fallen alle Schulen und Kitas aus, weil das Risiko besteht, sich leichter anstecken zu können.

Für mich ist es gerade schwierig, da ich mir alle Aufgaben selbst beibringen muss und dabei noch viele Probleme habe. Die Lehrer geben sich Mühe, alles so gut wie möglich zu erklären, aber ich glaube, die meisten Schüler haben keine Lust dazu, die Hausaufgaben zu erledigen, oder sie haben Schwierigkeiten damit. Ich persönlich habe durch das „Homeschooling“ viel Neues erfahren. Andererseits gibt es manchmal auch Aufgaben, die mich herausfordern. Zum Beispiel sind die Aufträge in GL oder auch in Mathe nicht ganz leicht zu verstehen, aber ich versuche sie so gut wie möglich zu machen.

Da ich wegen des Corona-Virus gezwungen bin, zuhause zu bleiben, bin ich generell auch viel im Bett und versuche mich mit ein paar Sportübungen auf Trapp zu halten. Auch zu meinem Alltag gehört das Fernsehen. Nach einer Weile wird alles langweilig und ich versuche auch mal etwas Neues, was ich zum Beispiel noch nie gemacht habe. Beispielsweise male ich etwas sehr Zeitraubendes und versuche viele Details in die Bilder hereinzubringen.

Daheim verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie. Nach einer Zeit ist mir das Zusammenleben mit meinen Geschwistern und meinen Eltern inzwischen viel leichter gefallen. Natürlich machen wir alle auch sehr viel allein, doch wenn man mit ein einigen Freunden telefoniert, geht die Zeit schnell vorbei.

Durch die Zeit, die mir zur Verfügung steht, denke ich viel über mein Leben nach. Zum Beispiel über mein späteres Leben und ich mache mir darüber Gedanken, ob ich den Schulabschluss schaffe oder durchfalle. Ich denke auch viel an die Gefühle der Personen, die mit dem Virus infiziert sind und überlege, was sie wohl gerade denken. Natürlich kann ich diesen Leuten durch diese Zeit nicht helfen, aber ich hoffe, dass möglichst viele Menschen - natürlich auch meine Familie und ich - auch in Zukunft weiterhin gesund bleiben.
 



Saskia*

Seitdem wir wegen dem Corona-Virus keine Schule mehr haben hat sich in meinem Alltag ziemlich viel verändert. Ich darf nicht mehr in die Stadt und ich darf keine Freunde mehr treffen. Ich sitze eigentlich nur noch im Haus, im Garten oder ich gehe mit dem Hund spazieren. Dadurch, dass wir permanent zu Hause sitzen, ist die Stimmung angespannt und es kommt öfter mal zu Streitigkeiten.

Mein Alltag ist eigentlich immer derselbe. Morgens frühstücken, dann Schulzeit, mittags gibt es Mittag essen. Dann Freizeit, dann Abendessen, schlafen gehen und am nächsten Tag dasselbe. Allerdings spielen wir nun auch häufiger Gesellschaftsspiele, da wir die ganze Zeit zu Hause sind.

Ich habe jeden Tag die gleichen Gedanken: Wann beginnt die Schule wieder? Wann darf ich meine Freunde wiedersehen? Wann beginnt der normale Alltag wieder? Wann hört Corona endlich auf, so viele Menschen zu töten?

Seitdem die Schule ausfällt hat sich noch etwas verändert, und zwar der Unterricht. Wir bekommen jeden Tag Aufgaben zu gesendet die wir bearbeiten müssen. In meinem Mathekurs organisiert unser Lehrer dreimal in der Woche Live-Videochats, um mit uns weiterhin Unterricht machen zu können.
 



Georg*

Jetzt sind zwei Wochen um und ich erlebe diese Zeit ohne persönliche und soziale Kontakte ziemlich unstrukturiert. Die beste Kommunikationsmöglichkeit für mich ist zurzeit das gemeinsame Spielen auf Playstation.

Mit dem Homeschooling habe ich einige Probleme, es ist viel besser, wenn einem die Aufgaben persönlich und mündlich direkt in der Schule erklärt werden anstatt über E-Mail. Allerdings kann man zumindest hierüber Fragen stellen und dass unsere Lehrkräfte so schnell antworten, finde ich gut. Es ist für mich schwierig mein Wochenpensum alleine für mich zu planen, besser fände ich es, wenn man jeden Tag einige wenige Aufgaben bekommen würde.

Die Stimmung zu Hause ist angespannt, daher bin ich einerseits froh, dass meine Eltern arbeiten müssen, aber andererseits finde ich es blöd, dass sie keine „bevölkerungswichtigen Jobs“ erledigen.

Mein Alltag sieht für gewöhnlich so aus, dass ich vormittags mit meinem kleinen Bruder allein zu Hause bin. Je nach Lust und Laune setze ich mir ein Tagesziel an Aufgaben, so dass die Aufgaben spätestens am Wochenende erledigt sind. Einerseits finde ich cool, keine Schule zu haben, andererseits finde ich blöd, dass ich keine Freunde und Bekannte persönlich treffen darf und meine Hobbys, Fußball und Schießen, vernachlässigen muss.

Bis jetzt sind wir alle gesund und wohlauf und ich hoffe, das bleibt auch so.

* Die genannten Namen wurden verändert.