"Eine große Belastung für alle"


nachgedacht - persönliche Gedanken zur Corona-Zeit

Weiter geht es mit dem dritten Teil der „Corona-Serie“ der IGS-Reporter. Heute schildern Tamina und Britta* ihre Gedanken, die ihnen während der drei Wochen „virtuelle Schule“ durch den Kopf gegangen sind.

 

Tamina*

Seit mehreren Wochen ist der Corona Virus im Umlauf, auch COVID-19 genannt. In den Medien wird wie üblich übertrieben und es wird einem geraten viele Lebensmittel zu besorgen. Viele Leute rennen in die Geschäfte und kaufen alles auf, vor allem Klopapier. Das Problem ist, dass die meisten Leute nicht an andere denken und alles kaufen und andere dann nichts einkaufen können, obwohl sie nur wenige Dinge brauchen.

Nun sind seit ca. zwei Wochen sind alle Schulen im Umkreis geschlossen, die Schüler bekommen per E-Mail-Schulaufgaben, um mit den nötigen Schulstoff klar zu kommen. Es gibt fast täglich eine E-Mail mit neuen Aufgaben, manche sind einfach, andere schwer. Meiner Meinung nach ist es schwierig, sich ein Thema selbst nur mit einer Erklärung beizubringen, ich persönlich habe das Glück eine große Schwester zu haben, die mir in manchen Bereichen helfen kann.

Ich persönlich gehe oft mit meinen Eltern einkaufen, dies war in letzter Zeit auch immer wieder spannend. Die meisten Regale waren halb leer, vor allem die mit Nudeln, Reis und Klopapier. Mittlerweile muss jeder einen Einkaufswagen mit in den Laden nehmen, in einem Geschäft in Großenlüder sind die Wägen abgezählt.

Zuhause gibt es manchmal Streit, da man nicht mehr so oft raus soll und auf einander sitzt, mein Bruder geht sehr oft raus, was er nun auch nicht mehr machen sollte. Der Kontakt zu Freunden und Großeltern ist nur noch über FaceTime oder Telefon möglich. Das Positive ist, dass man ausschlafen kann und nicht jeden Morgen der Wecker klingelt, außerdem kann man sich die Aufgaben so einteilen, wie man möchte.

Ich hoffe, dass das alles bald ein Ende hat, meine Mutter arbeitet in einem Hotel, das schließen musste, aber trotzdem besetzt sein muss. So muss sie arbeiten, ohne wirkliche Arbeit zu haben.
 



Britta*

Die Zeit, in der das Coronavirus sein Unwesen treibt, macht den Menschen deutlich zu schaffen. Sämtliche Läden schließen und Hauptlebens- und Haushaltsmittel gehen in den Regalen sämtlicher Discounter zur Neige.

Man merkt die Anspannung unter den Menschen, welche sich wahrscheinlich Gedanken machen, wo sie nun ihr Toilettenpapier kaufen können. In dieser Lage sind wir besonders auf die Ärzte und Krankenpfleger, Krankenhäuser, die Logistik, die Verkäufer an der Kasse, die Diakonischen Werke, das Rote Kreuz und natürlich auf unsere Bundesregierung angewiesen.

In den Läden muss ein begrenzter Abstand zu den Kunden und der Verkaufskraft gehalten werden. Dieser Abstand wird durch Aufschrift am Boden oder durch einen Einkaufswagen, welcher den Abstand von Kunde zu Kunde halten soll, gehalten.

Wir Schülerinnen und Schüler bekommen regelmäßig von den Lehrkräften per E-Mail Aufgaben zugesendet, welche wir zu Hause erledigen sollen. Diese Aufgaben können wir abfotografieren und es den Lehrkräften zukommen lassen. Auf mich persönlich übt das Stress aus, denn es gibt durchaus Tage, an denen man nicht hinterherkommt und eine Aufgabe auf den nächsten Tag verschiebt. Irgendwann hat man keinen Überblick über die Aufgaben und vergisst auch gerne mal etwas zu erledigen. Ich würde gerne wieder in die Schule gehen, da mir das persönliche Erklären für ein besseres Verstehen von den Lehrern fehlt.

Ich gehe fast gar nicht mehr raus, Freunde treffe ich nicht mehr und meine Großeltern habe ich lange nicht gesehen, was eine große Belastung für uns ist.

Vormittags mache ich meine Aufgaben, die ich zugeschickt bekomme, nachmittags habe ich Freizeit, in der ich nicht weiß, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Grundsätzlich bin ich vormittags allein zu Hause, da meine Eltern arbeiten. Zuhause ist die Stimmung angespannt. Es wird jetzt natürlich verstärkt darauf geachtet, dass man sich nach dem Nachhausekommen, ohne viel anzufassen, gründlich die Hände wäscht.

Ich versuche so wenig wie möglich über das Virus nachzudenken, jedoch ist man immer in Sorge um die Angehörigen. Man kann nur hoffen, dass unsere Liebsten gesund bleiben und sich diese Zustände möglichst bald wieder normalisieren.

* Die genannten Namen wurden verändert.